Kultur- und Kreativpilotin 2014 – ein Rückblick

Kreativpilotin1Es gab viele besondere Momente in den vergangenen Monaten in meinem Dasein als Kultur- und Kreativpilotin – das ist eine Auszeichnung, die die Bundesregierung jedes Jahr an 32 Kreativunternehmer aus ganz Deutschland vergibt, die Coachings und Workshops beinhaltet:

Diese Minuten spätabends nach der feierlichen Preisverleihung, als ich mich als eine der ersten in unseren Shuttlebus gesetzt hatte, der uns zu der After-Show-Party ins Game Science Center – ein Museum der Zukunft, dessen Macher auch zu den 32 Ausgezeichneten gehörten – fahren sollte. Es war der erste ruhige Moment dieses wunderschönen Abends und aus der wohligen Wärme des Busses heraus sah ich den anderen zu, wie sie mit ihren Preisen in den Händen zustiegen. Lachen. Wortfetzen. Gratulationen. Auf meinem Schoß lag mein Preis auf der Urkunde mit dem Bundesadler. Meine Hände hielten ihn fest, obwohl er nicht hätte herunterfallen können.

Oder als ich aus meinem ersten Coaching rausging und vieles, was vorher im Nebel war, plötzlich klar und deutlich vor mir lag und ich zu meinem Arbeitsplatz fliegen wollte, um sofort loszulegen. Da ich aber trotz der Auszeichnung bodenständig geblieben bin, nahm ich den RB Berlin – Potsdam-Charlottenhof.

Und dieser Augenblick, als ich seit Stunden in einem der Workshops saß und mir bewusst wurde, dass ich mich bislang noch kein einziges Mal gelangweilt hatte. Im Gegenteil. Wir wurden nicht mit vorgefertigten „So ist es richtig“-Schablonen konfrontiert, sondern unsere Coaches haben immer auf Augenhöhe mit uns drauflosgedacht und unsere Überlegungen doch im richtigen Moment durch ihr Wissen und ihre Erfahrung gestützt.
Zu den abendlichen Kamingesprächen luden sie Unternehmer ein, die uns aus ihren Erfahrungen berichteten, aber auch vom Umgang mit dem Scheitern.

Kreativpiloten

Meine Freude war durchgehend groß daran, die Ideen und Entwicklungsschritte der anderen 31 Kreativpiloten mitzuerleben. Zum Beispiel der beiden Medienmogule Georg Dahm und Dennis Dilba, die auf ihrem Substanzmagazin ausführliche Wissenschaftsgeschichten veröffentlichen.

Wer sich schon immer gefragt hat, was man mit einem alten oder kaputten Skateboard noch anfangen kann, für den hat Florian Bürkle eine klare Antwort: Hocker natürlich.

Eine tolle Idee ist auch die ARYA-App von Kristina Wilms und Purcy Marte, mit Hilfe derer Patienten beispielsweise ein Emotionstagebuch führen können, dessen Daten ausgewertet und direkt an den Therapeuten vermittelt werden.

Wer seinen Umzug in Zukunft lieber zu Fuß bewältigen möchte als mit einem großen LKW, dem kann ich nur Room in a Box ans Herz legen, die Möbel aus Wellpappe und Wabenkarton entwickeln und herstellen.

Julia Depis und Judith Trifonoff haben mit Newniq eine Plattform entwickelt, auf der Designer zunächst testen können, ob ihr Produkt eine Mindestanzahl von Käufern erreicht, bevor es in Produktion geht.

Und wer denkt an die Kinder? Franka Futterlieb und Jörn Alraun von Urbn Pocket denken an die Kinder. Sie entwickeln Apps, mit denen Kindern die unterschiedlichsten Themenbereiche näher gebracht werden, vom Rechnen und Schreiben über Anatomie bis hin zu verschiedenen Tierarten.

Nehmt euch die Zeit und stöbert durch die 32 Unternehmen, es gibt viel zu entdecken.

Es war eine tolle Zeit und ich kann ohne Wehmut die Staffel an die nachfolgenden 32 Kultur- und Kreativpiloten weiterreichen und ihnen das Beste wünschen, denn ich weiß, dass das, was aus dem vergangenen dreiviertel Jahr erwachsen ist, sowohl inhaltlich als auch an neuen Kontakten, in Zukunft immer wieder Früchte tragen wird.

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *