Hab den Mut, deinen eigenen Weg zu gehen!

Gastartikel von Clarissa Hagenmeyer

Hochsensible haben die besondere Gabe, sich in andere sehr gut einfühlen zu können. Das macht sie zu anpassungsfähigen, liebenswerten und sozialen Mitmenschen, die nur allzu gern und gut die Erwartungen ihres Umfelds erfüllen können. Das Einfühlungsvermögen ist ein Geschenk – doch der Grat zwischen „sich einfühlen“ und „sich für andere verbiegen“ ist schmal …

Ist es dir schon einmal passiert, dass du etwas tust, was alle anderen für gut und richtig halten – aber du selbst hast irgendwie ein flaues Gefühl dabei im Bauch? Eigentlich läuft alles gut, du hast einen festen Job, einen festen Partner, ein schönes Zuhause, einen geregelten Alltag – aber du spürst, etwas ist einfach nicht stimmig. Irgendetwas fehlt. Du hast das Gefühl, alles richtig zu machen – und trotzdem fühlt es sich für DICH einfach nicht richtig an.

Wenn du dich leer und unausgefüllt fühlst

Auch ich kannte dieses Gefühl nur zu gut. Im Job war ich eine engagierte, fleißige Mitarbeiterin, die mit allen Chefs und Kollegen gut auskam. Aber ich fühlte mich so fremdbestimmt, und nach einem Arbeitstag wusste ich zwar, dass ich viel gearbeitet hatte – aber trotzdem fühlte ich mich leer und unausgefüllt. Meine Erfüllung lebte ich lieber für mich, indem ich abends nach Feierabend malte, bis mir fast die Augen zufielen.

Ich liebte das Kreativsein, aber das war schließlich „brotlose Kunst“, wie mir jeder aus meinem Umfeld mitteilte.

Weitere Sprüche wie „das Leben ist kein Ponyhof“ oder „man kann nicht immer nur machen, was einem Spaß macht“, die ich jahrelang verinnerlicht hatte, hielten mich (aus heutiger Sicht viel zu lange!) zurück, das zu tun, was ich eigentlich von Herzen tun wollte.

Im Lauf der Jahre durchschritt ich einige Krisen und ich wuchs an den kleinen und größeren Herausforderungen, denen ich gegenüberstand.

Ich lernte mich selbst besser kennen.
Ich lernte, mehr auf meine innere Stimme zu hören.
Ich kam mit dem Thema Hochsensibilität in Kontakt und begriff die Chancen, die darin lagen. Ich verstand, warum ich mich in meinem Job unglücklich fühlte – ich hatte einfach zu viele Interessen und kreative Begabungen einerseits und fühlte andererseits diesen Leidensdruck, den die starren Strukturen in einem Unternehmen, der Leistungsdruck und diese Fassade, hinter der ich mein wahres Ich im Alltag verstecken musste, mit sich brachten.

Und mehr und mehr wuchs diese Stimme in mir, die mir zuflüsterte:
„Mach dein Ding! Worauf willst du noch warten?“

Lebst du deinen Traum oder träumst du noch?

Jahrelang habe ich nur im Kopf immer wieder durchlebt, wie es wohl wäre, meinem Traum zu folgen und mich ganz der Kreativität zu widmen. Immer konkreter wurden dabei meine Vorstellungen, wie mein Weg aussehen würde, um was es mir im Kern dabei ging und was ich erreichen wollte.

Irgendwann wagte ich die ersten Schritte in Richtung kreative Selbstständigkeit. Es waren kleine, unsichere Schritte zu Beginn. Ich war dabei sehr achtsam und passt auf, mir nicht zu viel zuzumuten und wirklich nur das zu tun, was mein Herz mir sagte. Ganz vorsichtig wurde ich sichtbar hinter meiner jahrelangen Fassade.

Und je mehr ich mich in diese Richtung öffnete, umso mehr Energie und Mut bekam ich. Wie eine Welle trugen mich meine eigenen Visionen und Ideen dorthin, wo ich heute stehe. Heute bin ich Mentorin für Lebensfreude durch Kreativität (www.clarissa-hagenmeyer.de) und begleite die Menschen dabei, ihre ganz eigene Kreativität wieder zu entdecken. Als Künstlerin bringe ich unterdessen mit Bildern Freude und Leichtigkeit in den Alltag der Menschen.

Heute fühle ich mich angekommen: Ich lebe meine Berufung mit voller Leidenschaft und ich würde sie gegen nichts in der Welt mehr eintauschen wollen! Aus meiner Erfahrung heraus kann ich dir nur Mut zusprechen, auf dich selbst zu hören.

  • Wo willst du wirklich hin im Leben?
  • Was ist das, wovon du heimlich träumst, aber dir nicht erlaubst, es zu leben?
  • Was genau hält dich davon ab, deinen ganz eigenen Weg zu gehen?
  • Ist das, was du tust, dein eigener Wunsch – oder erfüllst du die Erwartungen deines Umfelds?

Wir Menschen neigen dazu, uns anzupassen und sind darum bemüht, äußeren Erwartungen gerecht zu werden. Hochsensible neigen besonders dazu, weil sie Stimmungen noch viel intensiver wahrnehmen und sich oft um des lieben Friedens willen lieber anpassen, als rebellieren.

Kurzfristig mag das auch harmonischer und angenehmer sein – aber langfristig wird der Leidendruck doch zu groß. Wir spüren insgeheim, dass etwas fehlt in unserem Leben oder etwas nicht stimmig ist.

Gerade Hochsensible haben so viele Begabungen, Talente und Interessen, dass es ein Jammer wäre, wenn sie ihre Fähigkeiten und Träume nicht ausleben würden! Ich sehe heute die Hochsensibilität wirklich als einen Schatz an, der geborgen und sichtbar gemacht werden will!

Lasse deine innere Stimme sprechen

Wenn du hochsensibel bist, hast du eine ganz besonders gute Verbindung zu deiner Intuition. Jetzt geht es nur noch darum, dass du dieser Intuition auch folgst und sie ernst nimmst. Lasse dich nicht beirren auf deinem Weg!

  • Hinterfrage die Dinge, die du tust. Willst du sie wirklich?
  • Höre auf deine innere Stimme: Was sagt sie dir?
  • Welches Gefühl hast du im Alltag – im Job, in deinen Beziehungen, deinem Freundeskreis, deinem Zuhause?

Oft fehlt nur der Mut, das zu tun, was wir wirklich tun wollen. Wir wünschen uns Veränderungen, haben aber Angst vor den Reaktionen darauf. Wir haben Angst, nicht ernst genommen oder nicht mehr gemocht zu werden. Wir haben Angst, zu scheitern.

Mein Rat:

Gehe kleine Schritte. Aber gehe!

Du musst dich nicht mit einem großen Sprung überfordern, wenn du auch mit kleinen Veränderungen, langsam aber beharrlich, an dein Ziel kommen kannst.

Frage dich:
„Was ist JETZT und HEUTE ein möglicher, kleiner Schritt, um meinem Traum näher zu kommen?“

Wenn du jeden Tag einen kleinen Schritt auf deine Ziele zugehst, wirst du vorankommen! Und du wirst mit jedem Schritt sicherer und mutiger werden, deinen ganz eigenen Weg zu gehen!

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei! Sei achtsam mit dir!

Bilder: © Clarissa Hagenmeyer

Über die Gastautorin

Clarissa Hagenmeyer ist Mentorin für Lebensfreude durch Kreativität und begleitet Menschen dabei, wieder zu ihrer ur-eigenen Kreativität, zu mehr Lebensfreude und zu sich selbst zu finden. Mehr über Clarissa findest du auf www.clarissa-hagenmeyer.de

2 comments for “Hab den Mut, deinen eigenen Weg zu gehen!

  1. 14. Februar 2017 at 15:28

    Hallo
    Was für ein wunderbarer Artikel, er spricht mir aus der Seele. Und die Bilder mag ich auch sehr, besonders die Katze.
    Ich habe den Artikel auf meiner f-Chronik gepostet.
    Herzliche Grüsse aus Luzern, Alexandra

  2. 28. März 2017 at 16:15

    Liebe Clarissa,
    danke für deinen Artikel und die wunderbaren Bilder!! So bunt und voller Leichtigkeit und Freude!!
    Danke + liebe Grüße!
    Andrea

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