Lasst uns unsere Vielfalt feiern, anstatt den einen richtigen Weg zu suchen

Es vergeht keine Woche, in der nicht irgendwo ein Artikel oder ein Buch oder eine Debatte auftaucht, in der irgendjemand ganz genau weiß, welcher Lebensweg der einzig richtige ist. Praktischerweise ist es immer der eigene.
Es geht aber nicht nur um die großen Lebensthemen, Mutter werden oder nicht, und wenn ja, was für eine, sondern auch in kleinen Bereichen, wie der Ernährung, wird verglichen und darüber gezankt, welches nun die eine richtige Form ist.

Dabei kann es den einen richtigen Weg gar nicht geben, weil die Menschen viel zu verschieden sind, und das ist ja auch schön so. Sonst wäre jeder ich oder ich jeder andere, einfach alle gleich. Jeder Mensch hat eine eigene Geschichte und Prägung, unterschiedliche Anlagen und ein individuelles Umfeld und Umstände. Wir können gar nicht alles nachvollziehen und verstehen, was andere entscheiden und für richtig halten. Wir können nur zuhören und begreifen und akzeptieren und, im besten Fall, auch etwas dazulernen.

Wir müssen lernen, unsere Freiheit auszuhalten

Ich denke, diese Debatten entspringen dem Wunsch nach Orientierung im Leben. Es ist noch nicht allzu lange her, dass diese Orientierung nur im Außen zu finden war, weil der Lebensweg den Menschen strikt vorgegeben war. Darunter haben sicherlich viele gelitten, aber ich nehme an, dass dieser enge vorgezeichnete Rahmen auch eine gewisse Verantwortung von den Schultern jedes Einzelnen genommen hat. Dass eine gewisse Schicksalsergebenheit es auch erleichtert hat, schwierige Umstände im Leben auszuhalten.

Wir müssen nun lernen, unsere Freiheit auszuhalten. Orientierung in uns selbst und weniger im Außen suchen. Akzeptieren, dass viele unterschiedliche Lebenswege möglich sind und vor allem, dass sie gleichwertig sind. Unser eigener mag für uns persönlich richtig und stimmig sein, aber er ist nicht besser als der der anderen.

Vielfalt feiern

Und wenn wir die eine große Gemeinsamkeit im Außen suchen, dann kann sie nur lauten: Vielfalt!

Anstatt dieser ewigen von Selbstgerechtigkeit geleiteten Debatten sollten wir regelmäßig Diversity-Partys feiern, auf denen sich die unterschiedlichsten Menschen begegnen, sich austauschen und von anderen Lebensumständen erfahren. Und dann alle zusammen darauf anstoßen, dass jeder so leben darf, wie er will.

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