Sich selbst geschehen lassen

Ich habe ja schon darüber geschrieben, dass ich mich seit einer ganzen Weile schon in einem tiefen Veränderungsprozess befinde, der vieles, was vorher galt, komplett auf den Kopf stellt. Dazu gehört auch, dass sich bei mir viele alte konditionierte Denkweisen auflösen und neuen tieferen Erkenntnissen weichen.

Handlungen geschehen auch ohne Wollen

Wir Menschen denken ja immer, dass unser Wollen der Motor aller Handlungen ist. Dieses Wollen entspringt unseren Gedankenkonstrukten. Wenn da kein Wollen wäre, würden wir morgens einfach liegenbleiben, denken wir.

In den vergangenen Monaten ist mir aber bewusst geworden, dass viele meiner Handlungen durch Impulse ausgelöst werden, denen kein bewusstes Wollen vorausgegangen ist. Nicht mal ein Denken. Ich habe mich dadurch immer mehr darauf eingelassen, mich „geschehen“ zu lassen und den Gedanken und ihren Konzepten weniger Raum gegeben.

Unsere Gedanken sind meiner Meinung nach die größten „Glücksverhinderer“, weil sie uns immer aus der Gegenwart wegtragen und uns mit irgendwelchen konstruierten Vorstellungen begrenzen. Und solange wir sie für einen Abdruck der Wirklichkeit halten, können wir die Weite und Freiheit, die jenseits von ihnen liegt, nicht wahrnehmen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir in uns eine Intelligenz haben, die weit höher ist, als es ein Gedanke je sein kann. Diese wird aber durch unser Denken überlagert. Und da wir unsere Gedanken nicht einfach stoppen können (alleine daran merkt man, dass nicht wir Herr über sie sind, sondern umgekehrt), können wir sie zumindest etwas in den Hintergrund treten lassen.

Und wie?

Indem wir erkennen, dass wir sie nicht als Motor unserer Handlungen brauchen. Wir geschehen auch so. Wir stehen morgens auf und tun, was zu tun ist. Aber ohne die Vorstellungen der Gedanken ist das alles viel entspannter.

Diese intuitive und höhere Intelligenz in uns übernimmt die Regie. Wir sind gegenwärtiger und in unserem Tun ergebnisoffener. Und deswegen trennen wir weniger in Gut und Schlecht. Wir lassen das Leben im Vertrauen geschehen und geschehen mit ihm. Kein Ereignis existiert für sich alleine. Etwas, das jetzt vielleicht gerade blöd ist, kann über Umwege zu etwas sehr Schönem führen.

Probiere es mal aus, dich darauf einzulassen. Es ist nicht ganz einfach, denn in unserer modernen westlichen Welt gilt der Verstand als Papst, Präsident und Gott in Personalunion. Aber mach dir bewusst, dass du ein Teil der Natur und der Ganzheit bist, wie die Bäume und die Tiere und die Meere. Und da gibt es auch niemanden, der etwas durch seine Gedanken forciert, und dennoch – oder erst recht – geschieht alles in einer faszinierenden Ordnung.

Wieso soll das für uns Menschen nicht auch gelten? :-)

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