Vier schnelle Tipps bei Schreibblockaden

Foto: Josua Piorr

Bewegen

Mir fällt immer wieder auf, dass meine Gedanken in etwa so schnell wie meine physischen Bewegungen sind. Wenn ich zum Beispiel schnell Fahrrad fahre, rasen meine Gedanken – wie meine Umgebung – links und rechts an mir vorbei. Ich kann keinen davon wirklich halten oder in die Tiefe denken.

Wenn ich wiederum stundenlang vor meinem Notebook sitze, tritt irgendwann eine Art Gedankenstagnation auf. Meine Gedanken sind nicht mehr im Fluss, sondern drehen sich im Kreis, und mein Kopf fühlt sich an wie ein ungelüfteter Raum.

Schon ein kurzer Spaziergang öffnet diesen Kreis wieder und lässt die Gedanken wieder fließen und neue hinzukommen. Das hilft übrigens bei jeder Art von Problemlösung.

Den Ort wechseln

Ob das die Bibliothek ist oder ein Café oder mit Stift und Schreibblock in die Natur – ein Ortwechsel ist immer ein Perspektivwechsel, weil das, was uns umgibt, auch wenn wir ihm keine bewusste Aufmerksamkeit schenken, uns dennoch erreicht und beeinflusst.

Lesen

Mit dem Schreiben ist es wie mit dem Atmen. Man kann nicht nur ausatmen, sondern muss auch einatmen. Das Lesen füllt unsere geistigen Lungen. Und das ist notwendig, um wieder ausatmen/schreiben zu können. Gerade wenn jemand häufig und regelmäßig schreibt, ist es wichtig, sich die Zeit zu nehmen, auch viel zu lesen. Und wenn es eilig ist? Auch dann hilft es, sein leeres oder unfertiges Dokument für zwanzig Minuten zu schließen und sich für diese kurze Zeit in einen interessanten Text zu vertiefen.

Perfektionsanspruch loslassen

Perfektion ist ebenso makel- wie seelenlos. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich in meinem Leben je etwas Perfektes berührt hätte. Vielleicht fasziniert oder beeindruckt, aber nie nachhhaltig berührt. Das Echte hat Ecken und Kanten und ist subjektiv und alles andere als perfekt.

Mach das Gegenteil. Versuch, so unperfekt wie möglich draufloszuschreiben. Du wirst sehen, das geht gar nicht. Es entsteht immer etwas, das zumindest okay ist und spätestens beim Überarbeiten noch zu Gut geschliffen wird. Und gut reicht völlig aus.

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