Was Spiritualität für mich bedeutet

Ich hatte lange immer unbewusst das Gefühl, mich entscheiden zu müssen, ob ich meiner Intelligenz folgen möchte oder eher meine spirituelle Seite leben will. Mittlerweile weiß ich, dass ich mich nie ganz und rund fühlen könnte, wenn ich eine dieser beiden Seiten nicht leben würde. Und vor allem, dass es keine Widersprüche sind.

Wenn ich meine spirituelle Seite mit Bildern beschreiben müsste, wären das nicht Räucherstäbchen oder Tarotkarten. Es wären Bilder von der Natur, vom Meer, von Bergen, vom Himmel, von unendlichen Weiten. Weil sie für mich meine innere Weite spiegeln und das Gefühl von Ganzheit.

Ganzheit

Glück hat für mich viel mit diesem Gefühl der Ganzheit und Verbundenheit mit allem zu tun. Natürlich macht mich vor allem das ganz normale Leben glücklich, die schönen alltäglichen und nicht alltäglichen Begebenheiten mit anderen Menschen oder irgendwelche Erfolgserlebnisse. Aber richtig rund wird das für mich alles erst dadurch, dass es in dieses Grundgefühl von Verbundenheit mit allem eingebettet ist.

Ich glaube nicht an etwas „Jenseitiges“, sondern, dass es größere Zusammenhänge gibt, als die, die wir mit unseren paar Sinnen wahrnehmen und mit unseren wissenschaftlichen Messgeräten messen können. Ich finde es schade, dass wir in einer Welt leben, in der nur gelten darf, was „wissenschaftlich belegt“ ist. Es ist natürlich ein Balanceakt, einerseits Scharlatanerie zu entlarven, aber dennoch aufgeschlossen zu bleiben gegenüber Zusammenhängen, die wir uns (noch) nicht erklären können.

Jenseits der Polarität

In unserer physischen sichtbaren Welt besteht alles aus Polarität. Tag und Nacht, schwarz und weiß, Glück und Leid … Das Leben gleicht einer Sinuskurve. Meine spirituelle Empfindung liegt jenseits dieser Polarität. Es ist wie eine Ruhe und stille Kraft in mir, das Gefühl, mich im großen Ganzen geschützt und geborgen zu fühlen, unabhängig von der aktuellen konkreten Lebenssituation.

Das bedeutet nicht, dass mich das „normale“ Leben weniger tangiert, und ich bin meilenweit von buddhistischer Gelassenheit entfernt. Aber es löst doch etwas die Absolutheit der Gegenwart auf. Kein Kummer ist grenzenlos, wenn ich von außen auf die Sinuskurve blicken kann und weiß, dass sie sich zwangsläufig wieder nach oben bewegen wird.

Vielleicht ist „von außen“ zumindest annähernd ein passendes Synonym für das, was Spiritualität für mich bedeutet. Eine Art Metaebene, die aber eher im Gefühl als im Denken stattfindet. Die viel mit Vertrauen in den Lauf der Dinge zu tun hat. Und je mehr ich mich darauf einlasse, umso größer wird der Raum dafür.

1 comment for “Was Spiritualität für mich bedeutet

  1. Katja
    5. Januar 2017 at 19:35

    Liebe Marion, deine Artikel gefallen und berühren mich sehr. Du schreibst zu Themen, die mich selbst sehr beschäftigen und gerade dieses hin- und hergerissen sein zwischen Spiritualität und wissenschaftlichem Denken kenne ich auch. Ich bin auch dabei, beides zu verbinden. Vielen Dank für deine Worte, werde bestimmt öfter hier sein.
    Lieben Gruß
    Katja

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